Sonntagsgeschirr

Die meisten von uns kennen von den Eltern oder Großeltern die Tradition, für Sonntag ein besonderes Tafelgeschirr zu verwenden. Das „schöne Service“ kam meist schon beim Frühstück, aber auf jeden Fall für das Mittagessen, die Kaffeejause am Nachmittag und auch für das Nachtmahl am Abend auf den sonntäglichen Tisch.

Diese Tradition ist heute zur Gänze verschwunden – einerseits bedauerlich, andererseits fand man ja das eher blumenreiche, verschnörkelte und überdekorierte Geschirr schon als Kind altmodisch und von „vorgestern“.

So ist auch die alte Porzellanfabrik in Arzberg, wo das „Arzberger Porzellan“ hergestellt wurde schon seit vielen Jahren stillgelegt und wird nur mehr als „lost place“ für Photoshootings gebucht.

Im Oktober vorigen Jahres hatten Gerhard und ich für jeweils einen ganzen Tag sowohl die Porzellanfabrik als auch die alte Lebkuchenfabrik für unsere Foto-Ideen zur Verfügung. Es war ALLES sehr schmutzig, kalt, naß und heruntergekommen, so wie eben ein richtiger toller „lost“ place“ sein MUSS.

Im nachhinein findet man so ein ganztägiges Shooting, wo man ständig friert, der Boden voller Glassplitter und sonstiger gefährlicher Dinge, der Geruch in den Räumen modrig und abgestanden ist ganz ganz toll und schwärmt oft und gerne von so einem Event. Wie es tatsächlich ist, das weiß man zwar, aber man LIEBT es trotzdem, es ist etwas Besonderes und man vergißt es nicht!

Als Gerhard und ich am Abend zurück ins Hotel kamen, schmutzig, durchfroren, meine High Heels, die Kleidung und auch die gesamte Fotoausrüstung in einem erbärmlichen Zustand, waren wir glücklich!

So verrückt können nur Fotografen und Modelle sein!

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